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Mainzer Mobilität rüstet Diesel-Flotte um und testet Brennstoffzellen- und Batteriebusse

MVG will ab 2021 nur noch Fahrzeuge mit emissionsfreien Antrieben anschaffen.

MAINZ. Die Mainzer Mobilität wird in den nächsten Monaten konsequent die Modernisierung ihres Fuhrparks mit umweltfreundlichen Antrieben vorantreiben. 2018 sollen vorzeitig 23 Busse, die die strenge Euro-6-Norm einhalten, angeschafft werden und ältere Dieselfahrzeuge mit der Euro-3-Norm ersetzen. In diesem Jahr läuft zudem die Vorbereitung zur Anschaffung von vier Brennstoffzellenbussen mit Hochdruck weiter – diese Fahrzeuge können umweltfreundlich mit Wasserstoff betrieben werden. Abhängig von der noch nicht abschließend geklärten finanziellen Förderung durch den Bund sollen zudem vier bis sechs batteriebetriebene Busse bestellt werden. Das kündigten die MVG-Geschäftsführer Jochen Erlhof und Eva Kreienkamp bei einem Pressegespräch in Mainz an. Unterstützung für die MVG-Pläne gibt es von Oberbürgermeister Michael Ebling, Umwelt- und Verkehrsdezernentin Katrin Eder sowie dem Stadtwerke-Vorstandsvorsitzenden Daniel Gahr. Erfreut nahm die Stadtspitze zur Kenntnis, dass die Mainzer Mobilität 2018 mit der Nachrüstung von insgesamt 98 Bussen starten wird, die aktuell lediglich die Euro-4-Norm und Euro-5-Norm bei den Abgaswerten erfüllen. Durch den Einbau von zusätzlichen Filtern in diesen Fahrzeugen können die Stickoxid-Emissionen der Busse um etwa 90 Prozent reduziert werden. Mittelfristig ab 2021 will die Mainzer Mobilität dann nur noch Fahrzeuge mit emissionsfreien Antrieben neu anschaffen.

"Die Mainzer Mobilität arbeitet seit Jahren kontinuierlich an einem effizienten und umweltverträglichen Öffentlichen Nahverkehr in Mainz und in der Region", stellten Erlhof und Kreienkamp fest. Die Diskussion um Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge und das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, das  Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Städten mit hoher Schadstoffbelastung prinzipiell  für zulässig erklärte, sorge aktuell für eine intensive öffentliche Diskussion  und zusätzliche Dynamik bei diesem Thema.

Oberbürgermeister Michael Ebling: "Die MVG ist seit Jahren aktiv und weiter als viele andere Verkehrsunternehmen, das zeigt auch das Beispiel ,Mainzelbahn‘. Wir könnten in Mainz aber noch mehr machen, wenn alleine die Rahmenbedingungen für die angekündigten Förderungen des Bundes, die Richtlinien und dann konkrete Zuschusszusagen auch mit den politischen Ankündigungen aus Berlin schritthalten würden." Ein ausdrückliches Lob richtete der OB dabei an das Land Rheinland-Pfalz. "Mit der Zusage, schnell und unbürokratisch eine Million Euro für Maßnahmen zur Reduzierung der Stickoxide zur Verfügung zu stellen, konnten wir in Mainz direkt in die Umsetzung gehen."

Die Mainzer Umwelt- und Verkehrsdezernentin Katrin Eder und MVG-Aufsichtsratsvorsitzende betonte: "Wir haben in Mainz unsere Hausaufgaben schon extrem gut gemacht, aber wir wollen jetzt noch eine große Schippe drauflegen. Neben den Nachrüstungen und vorgezogenen Neubeschaffungen wollen wir künftig auf Elektro- und Brennstoffzellenbusse umsteigen. Mit dem Projekt Citybahn Mainz-Wiesbaden werden wir den Nahverkehr noch umweltfreundlicher, leistungsfähiger und attraktiver machen und so weitere Anreize zum Umstieg vom Auto auf den ÖPNV schaffen." Katrin Eder wünscht sich, dass sowohl das Land Rheinland-Pfalz als auch der Bund mehr Fördergelder für einen umweltverträglichen ÖPNV bereitstellen.

Die Mainzer Mobilität bewegt derzeit rund 180.000 Menschen täglich mit 129 Bussen und 41 Straßenbahnen im Linienverkehr. Durch die im Dezember 2016 in Betrieb genommene 9,2 Kilometer lange Mainzelbahnstrecke vom Hauptbahnhof bis zum Lerchenberg hat sich das elektrisch betriebene Straßenbahnstreckennetz auf 29 Kilometer verlängert. Zehn neue Straßenbahnen wurden für die Erweiterung angeschafft – sie ersetzen 20 Busse. Mittlerweile gibt es fünf Straßenbahnlinien in Mainz, die etwa ein Drittel aller Fahrgäste in befördern. "Damit haben wir heute schon einen Anteil von über 30 Prozent vor Ort emissionsfreier Elektromobilität in Mainz", so Eder.

Die eigene Busflotte der Mainzer Mobilität im Linienverkehr setzt sich aktuell wie folgt zusammen:

  • 47 Busse mit Euro-5/EEV-Norm
  • 51 Busse mit Euro-4-Norm
  • 31 Busse mit Euro-3-Norm

Im Linienverkehr der Mainzer Mobilität kommen zudem 22 Euro-6-Busse eines Subunternehmers zum Einsatz. Die Euro-6-Busse leisten einen signifikanten Beitrag zur Senkung der Partikel- und Stickoxid-Emissionen im kommunalen Nahverkehr. "Das Schadstoffproblem für den ÖPNV ist mit der Euro-6-Technik gelöst", so MVG-Geschäftsführer Jochen Erlhof. Es bleibt dann die Aufgabe, im ÖPNV einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz durch alternative Antriebe zu leisten. "Die Mainzer Stadtwerke sind bereit, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten, die Modernisierung des ÖPNV in unserer Stadt zu unterstützen", verspricht der Vorstandsvorsitzende der Mainzer Stadtwerke AG, Daniel Gahr. "Um die Busflotte der Mainzer Mobilität in den nächsten Jahren allerdings komplett auf batteriebetriebene Fahrzeuge oder Busse mit Brennstoffzellentechnik umzustellen, benötigen wir aber die finanzielle Unterstützung von Bund und Land."

Was ist bereits geschehen, was ist noch geplant?
2016 nahm die Mainzer Mobilität nicht nur die Mainzelbahnstrecke in Betrieb und integrierte durch den neuen Subunternehmer DB Regio Bus Südwest 22 Euro-6-Busse, sie erhielt auch Förderzusagen von Land, Bund und EU für die gemeinsame Durchführung eines Brennstoffzellenbusprojektes in Mainz, Wiesbaden und Frankfurt. Im Rahmen des Projektes sollen 11 Fahrzeuge, davon 4 in Mainz zum Einsatz kommen, betrieben mit dem Wasserstoff aus der Power-to-Gas-Anlage im Wirtschaftspark Mainz. Die Beschaffung der Fahrzeuge läuft.

2017 wurde der Antrag auf die Förderung von vier Elektrobussen beim Bundesverkehrsministerium positiv entschieden. Seit Juli 2017 liegt ein rechtskräftiger Förderbescheid über 40 % der Differenzkosten zu einem Dieselbus vor. Die  Ausschreibung für die Busse läuft. Möglicherweise können zwei zusätzliche Batteriebusse angeschafft werden, da seit einigen Tagen ein neues Förderprogramm des Bundes mit höheren Förderquoten angekündigt ist.

2017/18 Die Mainzer Mobilität arbeitet bereits seit Herbst 2017 an der die Abgasnachbehandlung der knapp 100 im Bestand befindlichen Busse mit Euro-4-Norm und Euro-5-Norm/EEV. Zurzeit befindet sich ein umgebauter Bus (Baujahr 2007, Euro-4-Norm) im Testbetrieb. Eine Filteranlage mit einer Harnstofflösung/Ad-blue  soll den Ausstoß von Stickoxiden bei diesem Bus um etwa 90 Prozent reduzieren. Damit sollen auch die älteren Fahrzeuge Werte der Euro-6-Norm erreichen und erheblich zur Reduzierung der Stickoxidemissionen beitragen. Jochen Erlhof: "Wir befinden uns im Austausch mit anderen Verkehrsunternehmen, was die Effizienz unterschiedlicher  Systeme betrifft. Ziel ist es, für unserer Streckenprofil die beste Lösung zu finden und in der täglichen Praxis tatsächlich Werte im Bereich der Euro-6-Norm zu erreichen." Wie viele Fahrzeuge nachgerüstet werden können und wie schnell das geht, hängt von der Förderung beziehungsweise den Angeboten entsprechender Nachrüstfirmen ab. Der Start der Nachrüstung im Jahr 2018 steht fest. 

2018 Die vorgezogene Neubeschaffung von 23 Euro-6-Bussen ist bereits auf den Weg gebracht. Ursprünglicher Bestellzeitraum für diese Fahrzeuge waren die Jahre 2018, 2019, 2020, jetzt erfolgt die Beschaffung komplett Ende 2018. Damit können entsprechende ältere Fahrzeuge mit der Euro-3-Norm schneller ausgemustert werden. Dies wird wirtschaftlich möglich durch den Einsatz der Zuschüsse des Landes  Rheinland-Pfalz.

Sind die Abgasnachbehandlung sowie der Bus-Neubeschaffung abgeschlossen, wird die Mainzer Mobilität praktisch nur noch Busse auf Euro-6-Niveau im Einsatz haben. Das bedeutet im Vergleich zum Jahr 2016 eine Reduzierung der Stickoxidemissionen der Mainzer Busflotte um 75 Prozent.

2021-2027 Umstellung auf alternative Antriebe: MVG-Geschäftsführerin Eva Kreienkamp: "Ziel ist ein Öffentlicher Personennahverkehr mit Fahrzeugen, die ausschließlich mit erneuerbaren Energien angetrieben werden, seien es Straßenbahnen oder Busse." Und Reiner Unnerstall, Betriebsleiter Mainzer Mobilität, ergänzt: "Unsere  Strategie sieht vor, in den Jahren 2019 bis 2021 die Erfahrungen mit Elektrobussen und Brennstoffzellenbussen zu nutzen, um die Antriebsarten zu vergleichen." So soll der optimale Fuhrpark für den ÖPNV in Mainz festgelegt werden, bevor in den Jahren 2021 bis 2027 die Beschaffung von ca. 100 neuen Bussen, und damit dem überwiegenden Teil  des Fuhrparkes  ansteht. Das Ziel der MVG ist es, dann ausschließlich Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, batterieelektrisch oder elektrisch mit Brennstoffzellen einzusetzen. Um dieses Ziel zu erreichen müssen aber die technischen, betrieblichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen.

Hintergrund-Informationen
Rahmenbedingungen

Für die Abgasnachbehandlung bedarf es noch rechtlicher Rahmenbedingungen. Für die laufende Testphase des einen Fahrzeugs hat die Mainzer Mobilität eine Ausnahmegenehmigung. "Weil wir schon Vorarbeit geleistet haben, könnten wir bei den ersten dabei sein, wenn es zu einer Ausschreibung kommt", betont Jochen Erlhof. Das Fördergeld in Höhe von einer Million Euro aus dem Aktionsprogramm "Saubere Mobilität" des Landes Rheinland-Pfalz wird für die Abgasnachbehandlung und die vorgezogene Beschaffung von Bussen verwendet. Allerdings reicht das Geld dafür nicht aus.

Der Bund stellt aus seinem Sofortprogramm "Saubere Luft" bundesweit bis zu einer Milliarde Euro zur Verfügung. Davon sind 107 Millionen Euro für Nachrüstungen vorgesehen. Auch von diesem Geld möchte die Mainzer Mobilität profitieren, Details der Förderung stehen aktuell aber noch nicht fest.

zurück06.04.2018


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